#MamiMitWort: wie dich das Mamasein wirklich verändert, ein Kind ändert alles,

„Ein Kind verändert alles“ – war der Satz, den ich während meiner Schwangerschaft am meisten hörte. Dass einiges anders werden würde, war mir schon klar, doch welches Ausmaß das Ganze annimmt, das hätte ich wirklich niemals für möglich gehalten. Heute möchte ich im Rahmen unserer #MamiMitWort-Reihe erzählen, wie mich das Muttersein wirklich verändert hat.

Pickel, Schwangerschaftsstreifen & Co.

Ehrlich gesagt ist es schwierig zu trennen, was sich körperlich durch Schwangerschaft und Mutterschaft verändert hat und was dem Alter zuzuschreiben ist. Mein Körper sieht etwas in Mitleidenschaft gezogen aus, ich habe Dehnungsstreifen am Bauch und an der Brust, was sicherlich an der Kugel- und zweijährigen Stillzeit liegt. Während ich früher eine absolut makellose Haut hatte, so habe ich jetzt ordentlich mit Problemchen zu kämpfen. Ich vertrage viele Beauty-Produkte nicht, habe oft Mitesser, Pickel, Pigmentflecken und Rötungen im Gesicht. Ich war schon beim Hautarzt und bei verschiedenen Kosmetikerinnen und es ist mal etwas besser und dann mal wieder etwas schlechter. Ob es wirklich an der Schwangerschaft liegt oder mit einem Hormonwechsel in den Mittzwanzigern zu tun hat, wie eine meiner Kosmetikerinnen meint, das weiß ich nicht – nervig ist es auf jeden Fall.

Natürlich hat die Schwangerschaft auch ihre Spuren in Form von ein paar Fettpölsterchen hinterlassen. Wobei das als Ausrede nach 2,5 Jahren nicht mehr ganz so gut zieht. Viel mehr ist es so, dass ich super gerne koche (und leider auch gerne esse) und ein kleiner Sportmuffel bin. Ich bin ein Genussmensch und gutes Essen bedeutet für mich einfach Lebensqualität, die ich mir ungern nehmen lasse.

Sensibler & ängstlicher

Ein kleiner Angsthase war ich schon immer, leider ist mir mit 11 Jahren mal etwas ganz doofes passiert, wobei ich nur knapp „entkommen“ bin und seitdem wurde es mit der Angst nicht besser. Als Emilian dann auf der Welt war kamen ganz neue Ängste dazu: Angst etwas falsch zu machen, Angst, dass meinem Baby etwas passiert und Angst, dass mir selbst etwas passiert, so dass ich für Emilian nicht mehr da sein kann. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es mich schon manchmal richtig nervt, dass ich mir in Situationen oft die worst-case-Fälle ausmale (in 99% passiert natürlich rein gar nichts) aber so sehr ich mich auch bemühe, ganz davon weg komme ich einfach nicht. Jetzt nach 2,5 Jahren bin ich schon etwas lockerer geworden und zwing mich manchmal dazu, einfach entspannter zu sein.

Schlagfertiger

Eine Eigenschaft die ich quasi mit der Geburt von Emilian geschenkt bekommen habe ist Schlagfertigkeit. Ich habe früher immer meine Mutter dafür sehr bewundert und selbst war ich in vielen Situationen oft ein schüchternes Mäuschen oder mir fehlten die richtigen Worte. Jetzt bin ich viel selbstbewusster und bestimmter in dem, was ich tue. Immerhin geht es nicht mehr nur um mich selbst, sondern um meine Familie, besonders auch um meinen kleinen Prinzen, den ich wie eine Löwin beschütze und verteidige. So kam es in den letzten zwei Jahren schon öfter zu Situationen, in denen ich meine neu gewonnene Schlagfertigkeit unter Beweis stellen musste und mein Mann ganz erstaunt war (natürlich positiv), da er das vorher nicht an mir kannte. Ich bin viel reifer und erwachsener geworden, ich weiß was ich will, was ich nicht will und wo meine Grenzen sind und das kommuniziere ich auch.

Organisierter

Neulich schrieb mir eine Freundin bei WhatsApp: „Du bist aber früh wach“ – da dachte ich mir, wenn du wüsstest, was ich heute schon erledigt habe (es war 8.00 Uhr), das schaffen andere an einem ganzen Tag nicht. Während ich vor ein paar Jahren noch stolz war, wenn ich entweder eingekauft ODER gesaugt hatte, so erledige ich heute 800 Dinge am Tag (und trotzdem könnte er meiner Meinung nach ein paar Stunden mehr haben). Kindergarten, Haushalt, Kochen, Ehefrau sein und Arbeit – da muss man erstmal die Balance finden. Noch dazu hab ich einen großen Freundeskreis und möchte natürlich auch diesem gerecht werden und Zeit dafür finden. Natürlich ist niemand perfekt und es gibt mit Sicherheit viele Mamas, die ein viel besseres Zeitmanagement haben, als ich. Aber dennoch finde ich, dass ich die Aufgaben ganz gut meistere und mich so organisiere, dass ich meine to-do-Liste meistens schaffe. Noch dazu habe ich auch gelernt entspannter zu werden, wenn es mal nicht so klappt. Denn man kann sich noch so viel vornehmen, wenn etwas dazwischen kommt, wie z.B. ein krankes Kind, dann klappt davon nichts und man sollte sich nicht verrück machen.

Babyblues

Ich war eigentlich immer ein recht lebensfroher Mensch. Ich hab eine tolle Familie, tolle Freunde und wir haben früher wahnsinnig viel unternommen und teilweise verrückte Sachen gemacht, an die ich mich gern zurück erinnere. Jetzt mit Emilian habe ich einen wundervollen Sohn und mit seiner Geburt hat ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Ehrlich gesagt hat mich das am Anfang ganz schön aus der Bahn geworfen. Emilian war ein Schreikind bis er fünf Monate alt war und auch danach recht schwer zufrieden zu stellen. Es gibt diesen ganz passenden Ausdruck „High Need Baby.“ Es gab fast keinen Morgen, an dem er mal glücklich und zufrieden aufwachte, sondern meistens hat er nur genörgelt, gemeckert und geweint. Er war (bzw. ist heute noch) ein sehr schlechter Esser, was auch ein Grund war, weshalb ich ihn zwei Jahre lang stillte und er schlief bis vor kurzem keine einzige Nach durch. Auch jetzt ist er leider nicht so ganz gesund und es gab Phasen, in denen mich das ziemlich mitgenommen und irgendwie meine Lebensfreude darunter gelitten hat. Es war ein Teufelskreis, denn ich hatte mir so sehr meine Familie und Freunde in greifbarer Nähe gewünscht, doch aufgrund dessen, dass mein Mann Fussballer ist und wir ständig irgendwohin umziehen mussten, ging das leider nicht.

Das war eigentlich der Hauptgrund, warum es uns zurück in die Heimat verschlagen hat und wir uns ein Häuschen bei Nürnberg gesucht haben. Mein Mann pendelt so oft es geht von Heidenheim hier her und ich habe meine Familie und Freunde um mich herum, die mich unterstützen und für mich da sind. Ich glaube, dass es vielen anderen Mamas genauso geht und sie in eine kleine Tiefphase oder sogar eine Depression stürzen, aber die wenigsten darüber sprechen. Ich möchte daraus kein Geheimnis machen und anderen damit zeigen: Du bist nicht alleine! Wenn ihr auch betroffen seid, dann könnt ihr mir gerne jederzeit schreiben und wenn es euch interessiert, dann schreibe ich mal einen ausführlichen Blogpost dazu.

Zufriedener

Es mag nach dem letzten Absatz ein wenig komisch klingen, aber seitdem ich Mama bin bin ich auch ein ganzes Stück zufriedener geworden. Ich bin zum einen dankbar für mein Leben, meine tolle Familie und dass uns ein wundervolles Kind geschenkt wurde. Besonders dann, wenn ich mitbekomme, wie Leute aus meinem Bekanntenkreis vergeblich versuchen, ein Kind zu bekommen und es ihnen immer und immer wieder verwehrt bleibt. Und zum anderen bin ich zufriedener mit mir selbst geworden. Ich bin zwar älter, etwas faltiger, delliger und auch etwas runder als vor einigen Jahren (alles natürlich im Rahmen), dennoch fühle ich mich einfach toll.

Ich bin ausgeglichen und zufrieden und fühle mich immer noch (oder jetzt erst recht!) als attraktive Frau. Mein Körper hat einfach Wahnsinniges geleistet, er hat zehn Monate lang ein Kind in sich getragen, es ernährt, beschützt und es in sich wachsen lassen. Danach hatte ich das große Glück, mein Kind zwei Jahre stillen zu können, eins davon ausschließlich. Ich hab einige Hormonumschwünge hinter mir, schlaflose Nächte, stressige Tage, einig Umzüge und mehrere kräfteraubende Situationen. Mein Körper stand mir immer mit voller Kraft bei und ich war so gut wie nie krank. Darauf bin ich sehr stolz.

Neulich hatte ich eine Unterhaltung und die Person meinte, dass ich doch nicht allen Ernstes sagen kann, dass ich mit meinem Körper zufrieden bin und ob ich jetzt mein Leben lang so bleiben will, wie ich bin. Es war vielleicht nicht ganz so fies gemeint, wie es rüber kam, hat mich aber ziemlich zum Nachdenken gebracht. Nur weil eine Person nicht dem subjektiven Schönheitsideal der breiten Maße entspricht, heißt das doch nicht, dass sie sich nicht trotzdem schön finden kann. Im Teenager-Alter definieren sich viele vielleicht nur über ihren Körper aber ich finde, eine schöne Frau macht so viel mehr aus.

Ich bin klug, witzig, loyal, am Leben interessiert, fleißig, für jeden Spaß zu haben, eine gute Zuhörerin und ich würde für meine Freunde alles tun. Ich bin eine liebevolle Mutter, eine gute Köchin, eine tolle Liebhaberin, super entspannt und stehe mit beiden Beinen voll im Leben.  Genau deshalb bin ich stolz auf mich und finde mich schön. Da lasse ich mich doch nicht auf minimale Äusserlichkeiten reduzieren, die nicht dem Ideal entsprechen, welches uns tagtäglich durch die Medien vorgeschrieben wird. Allgemein bin ich für viiiiiel mehr Selbstliebe – besonders bei Frauen. Wusstet ihr zum Beispiel, dass 91% der deutschen Frauen mit ihrem Körper unzufrieden sind? Das finde ich ziemlich schade. Klar spielt die Optik eine große Rolle, keine Frage. Besonders für den ersten Eindruck. Allerdings rückt die doch etwas mehr in den Hintergrund, beziehungsweise verschmilzt für mich alles in ein Ganzes, wenn man den Charakter kennenlernt. Ein attraktiver Mann, der einen miesen Charakter hat, ist für mich einfach nicht schön. Bei meinen Freundinnen hingegen kann ich überhaupt nicht mehr beurteilen, ob andere sie auf den ersten Blick hübsch finden oder nicht, denn für mich sind sie einfach wunderschön. Ich denke schon länger über einen Beitrag zu diesem Thema nach, lasst mich gerne wissen, ob euch das interessiert.

Natürlich war auch ich nicht immer so selbstbewusst und zufrieden mit mir. Ob das jetzt durch das Alter oder das Muttersein kam weiß ich nicht – ich denke es ist eine Kombination aus beidem.

Wie dich das Mamasein Wirklich Verändert

Mich würde natürlich auch interessieren, wie euch das Muttersein verändert hat. Hinterlasst mir gerne dazu einen Kommentar mit euren persönlichen Erfahrungen. HIER findet ihr den #MamiMitWort-Beitrag dazu von Ari und bald auch von Christina und Katharina.

#MamiMitWort

12 Comments on #MAMIMITWORT: SO VERÄNDERT DICH DAS MUTTERSEIN WIRKLICH

  1. Nanni
    26. Juli 2017 at 13:43 (5 Monaten ago)

    Wow, wirklich ein toller Blogbeitrag. Ich finde es besonders beeindruckend, wie du mit denn Thema Selbstliebe umgehst. Das ist so wichtig! Und du strahlst das alles auch einfach aus, was du dir selbst an Eigenschaften zuschreibst.
    Ganz liebe Grüße

    Antworten
    • Pazi
      26. Juli 2017 at 21:03 (5 Monaten ago)

      Liebe Nanni, danke für deinen herzlichen Kommentar und deine lieben Worte. Schön, dass dir mein Beitrag gefällt und dass du findest, dass ich das auch ausstrahle:) Ganz liebe Grüße

      Antworten
  2. Sandy
    26. Juli 2017 at 13:58 (5 Monaten ago)

    Ein sehr gelungener Beitrag liebe Pazif. Und du kannst super stolz auf dich sein wie toll du das alles meisterst und was für einen süßen Emilian du zur Welt gebracht hast! Mach weiter so.
    Bin selbst ganz gespannt, was alles kommen wird, da ich gerade in der 12SSW bin und es auch alles nicht so einfach war bis dahin. Aber jetzt sind wir super happy und freuen uns was uns erwartet …

    Antworten
    • Pazi
      26. Juli 2017 at 21:02 (5 Monaten ago)

      Liebe Sandy, danke für deinen ganz ganz lieben Kommentar. Dir wünsche ich alles erdenklich Gute für die Schwangerschaft:)

      Antworten
  3. Anne
    26. Juli 2017 at 16:01 (5 Monaten ago)

    Danke für den schönen und mutigen Beitrag :).

    Antworten
    • Pazi
      26. Juli 2017 at 21:02 (5 Monaten ago)

      <3

      Antworten
  4. Sarah
    26. Juli 2017 at 16:56 (5 Monaten ago)

    Du musst dich keineswegs mit deinem Körper verstecken, mit deinem wunderschönen und ansteckenden Lachen überschattest du die negativen Worte der andere Person. Sehr schöne Worte Pazi,alles liebe für dich .. Du meisterst das:)
    Falls du noch mehr Meinungen in sache hautpflege und Produkte brauchst ,meldest dich gerne. Grüße aus der Ferne,Sarah 🙂

    Antworten
    • Pazi
      26. Juli 2017 at 21:00 (5 Monaten ago)

      Liebe Sarah, vielen Dank für deinen Kommentar und deine lieben Worte:) Welche Hautpflege würdest du denn empfehlen? Ganz liebe Grüße

      Antworten
  5. Carolin
    26. Juli 2017 at 21:14 (5 Monaten ago)

    Schöner Beitrag! Ich finde es toll, wie offen du mit diesem Thema umgehst!!
    Außerdem finde ich es super, wie du Schönheit definierst. Ich würde sehr gerne einen Beitrag darüber lesen.

    Liebe Grüße, Carolin
    http://halfiesstyle.com

    Antworten
    • Pazi
      27. Juli 2017 at 9:35 (5 Monaten ago)

      Liebe Carolin, danke für deinen lieben Kommentar. Nach so viel positivem Feedback werde ich mich jetzt wirklich mal dran setzen und einen längeren Beitrag zu dem Thema schreiben:) Ganz liebe Grüße

      Antworten
  6. Laura
    30. Juli 2017 at 13:46 (5 Monaten ago)

    Ein ganz ganz toller Blogpost. Deine Ehrlichkeit, dein Selbstbewusstsein und dein Mut sind bewundernswert 🙂 Ich finde grade solche Eigenschaften und die bin dir beschriebenen machen Schönheit aus.
    Und du strahlst tatsächlich von innen heraus. So sympathisch und bodenständig 🙂

    Liebe Grüße Laura

    Antworten

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