SOS_BeautyPressegeschenke, Einladungen zu tollen Events und gratis Friseur- und Kosmetikbesuche – so stellen sich viele das Leben eines Bloggers vor. Bei einigen, sehr bekannten Blogs mag das vielleicht so sein, doch bei der Mehrheit nicht und die Arbeit, die dahinter steckt, sehen die wenigsten. Deswegen möchte ich euch heute im Rahmen unserer #MamiMitWort-Runde über mein Leben als Mama-Blogger erzählen.

Ich blogge mittlerweile seit über sechs Jahren und bin sozusagen ein „alter Hase“ im Geschäft. Ich habe die Anfänge miterlebt, die ersten bekannten deutschen Blogs wachsen sehen (und leider auch fallen, wie zum Beispiel LesMads) und die spannende Entwicklung der Blogosphäre mitverfolgt. Die Thematik meines Blogs hat sich im Laufe der letzten Jahre etwas verändert und so sind neben Mode- und Beautybeiträgen auch Themen rund ums Kind ein wichtiger Aspekt auf Maison Pazi geworden. Doch eines hat sich in der ganzen Zeit nicht verändert: die Liebe zum Bloggen! Es ist mein größtes Hobby und ein wichtiger Teil meines Lebens geworden.

Bloggen mit Kind

Mit Kind ist es gar nicht so einfach, regelmäßig Content zu produzieren, denn zu der wenigen Zeit, die man sowieso schon hat, kommt noch dazu, dass immer etwas dazwischen kommen kann. Ein Kind kann man nicht an- und ausschalten und es hält sich nicht an irgendwelche Zeiten. Vieles hat man nicht selber in der Hand, zum Beispiel plötzliches Fieber, eine Krankheit oder späte Einschlafzeiten. Am Anfang hab ich fast gar keine Zeit zum Bloggen gefunden, denn Emilian hat ja vier Monate nur geschrien und war auch danach noch sehr quengelig. Seine Schlafpausen nutze ich zum Essen, Duschen oder für den Haushalt, Bloggen konnte ich nur spät abends oder nachts. Nach und nach zog ein kleiner Alltag bei uns ein und ich schaufelte mir die Zeit irgendwie frei – fragt mich nicht, wie ich das geschafft habe.

Erst seitdem Emilian in die Krippe geht, also eigentlich seit knapp drei Monaten, habe ich wieder feste Zeiten, an denen ich mich um meinen Blog und alles rundherum kümmere. Das beinhaltet nämlich nicht nur das, was ihr hier lest, sondern noch einiges mehr. Mails werden beantwortet, Kooperationen ausgehandelt, Telefonate geführt, Rechnungen geschrieben, Blogbeiträge verfasst, Fotos geschossen, die Social Media Kanäle gepflegt, Nachrichten von Lesern beantwortet und natürlich: Inspiration! Ich schaue durch Instagram, Pinterest und Co. um up to date zu bleiben und mir neue Inspirationen zu holen. Diese kleine Auszeit vom Alltag zuhause ist für mich ganz besonders wichtig und unbezahlbar. Besonders im Moment, da ich ja leider unfreiwillig meine Elternzeit verlängern musste (die Geschichte dazu HIER), genieße ich es umso mehr, meinen Blog zu pflegen, zu schreiben und kreativ zu sein. Ich genieße den Austausch mit euch Lesern und freue mich, wenn euch ein Beitrag wieder gut gefällt. Da nehme ich es auch gerne in Kauf, dass mich die Pflege meines Blogs mehrere Stunden am Tag kostet. Allein für einen Beitrag brauche ich – je nach Aufwand – für die Konzepterstellung, die Fotos, den Text und das promoten auf meinen Social Media Kanälen zwischen drei und sieben Stunden.

Einladungen

Ein Highlight ist es jedes Mal, wenn man zu einem Event oder einer Veranstaltung eingeladen wird. Der persönliche Kontakt mit Agenturen und anderen Bloggern ist total wichtig und macht super viel Spaß. Man lernt neue Leute kennen, tauscht sich mit Gleichgesinnten aus und verbringt schöne und gesellige Stunden. Leider wohne ich ja nicht mehr in München und auch in keiner anderen Großstadt, so dass ich meistens eine etwas weitere Anreise zu Events habe. Da wir leider auch keine Eltern oder andere Verwandte in der Nähe haben, scheidet meistens alles aus, wo ich Emilian nicht mitnehmen kann. Oft ist er dabei, dennoch kann ich mich dann natürlich nicht so ausgelassen unterhalten und das Programm mitmachen, da er meine volle Aufmerksamkeit benötigt.

Da Emilian noch nie auswärts übernachtet hat, fallen leider auch oft mehrtägige Einladungen und Reisen aus. Ich hab das große Glück, dass meine Eltern mich sehr viel unterstützen und sie haben mich auch schon oft zu Events begleitet, um auf Emilian aufzupassen. Allerdings ist das natürlich nicht nur ein großer Kosten- sondern auch ein Zeitfaktor. Man muss alles abstimmen und organisieren.

Pressegeschenke

Auch toll ist es, wenn man als Blogger Geschenke bekommt. Das sind zum einen Produkte, die für einen bestimmten Beitrag gedacht sind und im Rahmen einer Kooperation geschickt werden, aber auch Produkte, die einfach so als kleine Aufmerksamkeit versendet werden (zum Beispiel Produktneuheiten). Ich freue mich jedes Mal, wie ein kleines Kind, wenn der Postbote klingelt, mir ein Paket überreicht und ich es auspacken darf, geht euch das auch so? Deswegen ist das natürlich ein echt schöner Aspekt des Bloggens.

Kosten

Sobald ein Blog professioneller geführt wird, fallen natürlich auch Kosten an. Bei mir sind das zum Beispiel die Kosten für meine Domain und den Webspeicher, für die ich jährlich 120 € bezahle. Ein weiterer, sehr großer Faktor ist die Ausstattung. Ein Blog lebt von schönen Bildern und wenn man am Puls der Zeit bleiben möchte, muss man in eine leistungsstarke Kamera und ein tolles Objektiv investieren. Ich denke, meine Ausstattung ist, im Vergleich zu anderen, noch relativ klein und doch zählt eine Spiegelreflexkamera mit vier Objektiven, eine Systemkamera, ein Stativ, ein Ringlicht und zwei Softboxen dazu. Sowas kauft man sich natürlich nicht auf einen Schlag, aber wenn man alles mal zusammen rechnet ist das schon ein Batzen Geld. Viele Blogger investieren auch in gute Fotografen, die die Blogbilder machen. Da kommen natürlich super schöne Ergebnisse raus, ist aber finanziell gesehen keine Dauerlösung. Ein weiterer Aspekt sind die Kosten für einen Steuerberater, denn sobald man Geld einnimmt, muss man das natürlich versteuern. Ich habe schon seit sechs Jahren ein Gewerbe angemeldet, über das ich die Einnahmen meines Blogs und die Tätigkeiten als freie Journalistin abrechne. In den ersten Jahren habe ich meine Steuererklärung noch selber gemacht, doch seitdem ich verheiratet bin macht das ein Steuerberater, da habe ich nicht mehr den großen Durchblick.

Am Anfang hätte ich mir nie träumen lassen, dass ich mit meinen Beiträgen einmal so viele Leute erreichen werde und mir treue Leser schon seit über fünf oder sechs Jahren folgen. Auch wenn es ein hoher Zeitaufwand und ein nicht unerheblicher Kostenfaktor ist, könnte ich mir nicht vorstellen, mit dem Bloggen aufzuhören. Mit wachsender Größe kommt natürlich durch Kooperationen auch wieder Geld rein, wobei immer noch sehr viele Firmen nicht bereit sind, für guten Content zu bezahlen.

Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig näher bringen, wie der Alltag als Blogger bzw. Mami-Blogger so aussieht und dass hinter dem, was ihr seht, eine Menge Arbeit steckt. Die anderen Beiträge zu der #MamiMitWort-Runde findet ihr wieder bei Ari, Katharina und Christina. Es lohnt sich also vorbei zu schauen.

Übrigens: Das Aufmacherbild habe ich schon mal in einem anderen Post verwendet aber ich finde, dass es einfach das perfekte Symbolbild für das Leben als Mama-Blogger ist, was meint ihr?

Mamimitwort Logo

3 Comments on #MamiMitWort: Mein Leben als Mama-Blogger

  1. myhappyblog
    5. August 2016 at 11:34 (1 Jahr ago)

    Ein echt interessanter beitrag – und hut ab wie du das doch alles managst! 🙂

    Antworten
    • Pazi
      6. August 2016 at 13:48 (1 Jahr ago)

      Vielen Dank für deinen lieben Kommentar:)

      Antworten

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